Mentale Gesundheit

Das Thema „mentale Gesundheit“ spielt bei Jugendlichen eine immer größere Rolle. Einerseits hat die Coronapandemie zu einem starken Anstieg an psychischen Belastungen für junge Menschen geführt, die auch auf Freizeitmaßnahmen sichtbar werden, andererseits sind Jugendliche einem hohen Anforderungsdruck ausgesetzt und mit multiplen gesellschaftlichen Krisen konfrontiert. Das führt dazu, dass das Thema auch im Kontext Jugendreisen eine steigende Relevanz erfährt. Die Tatsache, dass Jugendliche sich auf solchen Maßnahmen fernab des häuslichen Umfelds bewegen und sich insbesondere auf mehrtägigen Freizeiten häufig eine hohe Vertrauensbasis zwischen den Teilnehmer*innen und Mitarbeiter*innen entwickelt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Thema mentale Gesundheit auf die Agenda kommt.

Die Fachstelle Jugendreisen bietet daher gesammelte Informationen rund um das Thema mentale Gesundheit auf Jugendreisen an.

Hier gibt es allgemeine Informationen rund um das Thema mentale Gesundheit, die insbesondere für haupt- und ehrenamtliche Teamer*innen von Freizeitmaßnahmen relevant sein können. Folgende Materialien sind im Rahmen des Fachtags Jugendreisen im Oktober 2022 zur Verfügung gestellt worden:


Präsentation Michael Borger: Seelen stärken - in Krisen begleiten
Präsentation Sabine Finster
Störungsbilder und Fallbeispiele
 

Tritt auf einer Freizeitmaßnahme eine akute psychische Krise auf, kann es helfen, wenn die Teamer*innen in Erste-Hilfe-Maßnahmen bei psychischen Krisen geschult sind und dadurch handlungssicher agieren können.

Krisen- und Notfallpläne sollten im besten Fall auch Handlungsstrategien bei Auftreten psychischer Krisen auf Jugendfreizeiten beinhalten, die über die Bereitstellung erster Hilfe hinausgehen. Was passiert beispielsweise, wenn junge Menschen im Rahmen der Freizeit Suizidgedanken äußern oder berichten, dass sie sich selbst verletzen? Die meist ehrenamtlichen und oft noch jungen ehrenamtlichen Teamer*innen dürfen mit dieser Herausforderung nicht allein gelassen werden. Hier kann es helfen, wenn die Träger Backbone-Strukturen etablieren, die während und insbesondere auch im Anschluss an Freizeitmaßnahmen aktiv sind.

Für die Teamer*innen von Freizeitmaßnahmen ist es wichtig, Notfallkontakte und Nummern zu kennen, bei denen sich sowohl betroffene Jugendliche als auch die Teamer*innen Unterstützung suchen können. Diese können beispielsweise auch in den Krisen- und Notfallplan aufgenommen werden.

Der Landesjugendring Sachsen-Anhalt stellt eine Linksammlung an Hilfsangeboten für Betroffene und Begleitpersonen zur Verfügung.

Linksammlung

Aktuell zeigt sich eine zunehmende Entwicklung dahingehend, dass junge Menschen das Thema der mentalen Gesundheit enttabuisieren. Auf Social Media gibt es immer mehr Accounts junger Menschen, die das Thema offen thematisieren und so auch andere ermutigen, sich Hilfe zu suchen und auftretende Krisen anzusprechen. Diese Offenheit sollte unbedingt auch im Bereich der Jugendreisen übernommen werden. Eine klare Positionierung kann helfen, betroffene Jugendliche nicht von vorne herein auszuschließen und ihnen zu verdeutlichen, dass sie auf der Freizeitmaßnahme willkommen sind.

Informationen zu mentaler Gesundheit sind häufig an Erwachsene adressiert. Es ist wichtig, junge interessierte Menschen nicht an komplexe Informationsseiten zu verweisen, sondern ihnen altersgerecht aufbereitete Erkenntnisse und Hinweise rund um das Thema zugänglich zu machen. Es gibt bereits Projekte, die dies in die Tat umsetzen:

Mein Kompass - Ein Wegweiser für Jugendliche zur psychischen Gesundheit

ich-bin-alles.de

corona-und-du.info

locating-your-soul.de